Was ein vollständiges Bauwerksbuch wirklich umfasst

Am Markt wird häufig von der „Erstellung eines Bauwerksbuchs“ gesprochen. Doch was genau tatsächlich enthalten ist, unterscheidet sich in der Praxis oft deutlich.
Bauwerksbuch Teil 3

Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick. Denn ein vollständiges Bauwerksbuch besteht nicht nur aus digitalisierten Unterlagen, sondern aus einer ganzen Reihe von Leistungen, die fachlich ineinandergreifen müssen.

Warum ein Bauwerksbuch mehr ist als eine digitale Ablage

Ein professionell erstelltes Bauwerksbuch besteht nicht nur aus gescannten Unterlagen. Es ist das Ergebnis eines strukturierten Gesamtprozesses, bei dem Dokumentation, Prüfung, Begehung, Mängelerfassung und spätere Weiterführbarkeit zusammenspielen. 
 
Ein professionell erstelltes Bauwerksbuch muss so aufgebaut sein, dass Unterlagen nicht nur vorhanden, sondern auch nachvollziehbar strukturiert, eindeutig benannt und sinnvoll weiterführbar sind.
 
Eine reine Ablage ohne System hilft in der Praxis wenig. Erst eine saubere Gliederung und fachliche Zuordnung machen aus einzelnen Dokumenten ein nutzbares Gesamtwerk.
Genau dieser Unterschied entscheidet darüber, ob das Bauwerksbuch später tatsächlich als Arbeitsgrundlage verwendet werden kann.

Welche Unterlagen und Informationen erhoben werden müssen

IFS deckt dafür Leistungen ab, die in der Praxis entscheidend sind. Zu Beginn stehen die Grundlagen: Vollmachten für die Planeinsicht, die Erhebung verfügbarer Informationen und die Beschaffung relevanter Bauakte bei den zuständigen Behörden.
 
Ebenso wichtig ist die Aufarbeitung aller verfügbaren Informationen über in den letzten Jahren durchgeführte Sanierungsmaßnahmen zur Gebäudeerhaltung. Diese Maßnahmen müssen chronologisch dokumentiert und in die Gesamtstruktur eingebunden werden.
 
Ein vollständiges Bauwerksbuch lebt davon, dass nicht nur einzelne Dokumente gesammelt, sondern Zusammenhänge sichtbar gemacht werden.

Warum Digitalisierung und Strukturierung entscheidend sind

Ein besonders wichtiger Qualitätsfaktor ist die Digitalisierung selbst. Unterlagen werden hochauflösend gescannt, vollständig als eigene Dokumente abgelegt und einheitlich benannt. Genau diese nachvollziehbare Struktur ist wesentlich, weil das Bauwerksbuch elektronisch zu führen ist und im Bedarfsfall der Behörde elektronisch vorgelegt werden können muss. 
 
Ebenso entscheidend ist die Objektbegehung. Die Erläuterungen der Stadt Wien machen deutlich, dass bei der Erstprüfung definierte Bauteile augenscheinlich zu befunden sind und Schadensbilder detailliert zu erfassen und zu dokumentieren sind. IFS ergänzt dies in der Praxis durch Objektbegehung inklusive Dachüberprüfung durch zertifizierte Fachkräfte sowie eine aussagekräftige Fotodokumentation. 
 
Wird hier ungenau gearbeitet, entstehen später Suchaufwand, Missverständnisse und Lücken in der Nachvollziehbarkeit. 
 
Eine professionelle Strukturierung sorgt dafür, dass Pläne, Bescheide und ergänzende Unterlagen klar getrennt, chronologisch geordnet und leicht auffindbar bleiben.
Auch ergänzende Listen, etwa für Pläne und Bescheide, sind ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Systems.

Welche Rolle Objektbegehung und Mängeldokumentation spielen

Ein Bauwerksbuch beschränkt sich nicht auf Papierunterlagen. Ein zentraler Bestandteil ist auch die Objektbegehung durch fachlich qualifizierte Personen. Dazu gehört insbesondere die Überprüfung relevanter Gebäudeteile, einschließlich Dach, sowie eine aussagekräftige Fotodokumentation.
 
Darauf aufbauend wird eine strukturierte Mängelliste erstellt. Diese sollte nicht nur einzelne Auffälligkeiten nennen, sondern Mängel verorten, beschreiben, dokumentieren und priorisieren.
Gerade dieser Teil zeigt besonders deutlich, dass ein Bauwerksbuch weit mehr ist als eine reine Dokumentensammlung. Es verbindet Bestandsaufnahme, Bewertung und strukturierte Aufbereitung.

Was am Ende tatsächlich geliefert werden sollte

Am Ende entsteht ein fachgerecht zusammengestelltes Bauwerksbuch nach Wiener Bauordnung, inklusive digitaler Übergabe, optional in gebundener Form, und inklusive Upload der erforderlichen Bestätigung im Behördenportal. 
 
Dazu gehört auch, dass die Struktur so gestaltet ist, dass Hausverwaltungen neue Unterlagen später eigenständig ergänzen und weiterführen können. Optional kann zusätzlich eine gebundene Papierfassung sinnvoll sein.
 
Wichtig ist vor allem, dass das Ergebnis vollständig, nachvollziehbar und im Alltag tatsächlich nutzbar ist.

Ich verantworte bei der IFS als Teamleiter die Bereiche Energieausweis und Bauwerksbuch. Als zertifizierter Objektsicherheitsprüfer koordiniere ich mit meinem IFS-internen Expertenteam die Erstellung von Bauwerksbüchern seit 2016.

Memsur Hasanovic

Ein Bauwerksbuch ist nur dann wirklich belastbar, wenn alle erforderlichen Schritte sauber ineinandergreifen.

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